
Ein Song an jemanden, der Gewalt überlebt hat: Du bist nicht das, was er aus dir gemacht hat. Liebe tut nicht weh, sie schützt.
Manchmal vermisst man sogar das, was einen zerstört,
Weil man gelernt hat, dass Schmerzen und Nähe zusammengehört
Ich weiß, du hast dich selbst dafür gehasst, dass du ihn nicht hasst
Denn er war dein Trauma, und trotzdem dein Leben
Er hat dich kaputt gemacht und dann gesagt, du warst schon so
Hat dich an dir zweifeln lassen, war das echt? Oder nur Show?
Und irgendwann hast du's geglaubt, ihn entschuldigt mit Schmerz
Du lagst dann stumm da, während er dein Herz zerschmetterte
Erst war es einmal im Monat, dann einmal in der Woche, dann jeden Tag
Du warst ein Spiegel, und er hat sich nur in dir gesehen
Bis du dich selbst nicht mehr erkannt hast in den Splittern auf deinem Weg
Er sagte: "Du bist Schuld", und du hast leise genickt
Bis dein Innerstes sich an einem dunklen Ort verkroch und das Leben langsam verstrich
Doch weißt du...
Du bist nicht das, was er aus dir gemacht hat
Nicht der Scherbenhaufen, den er hinterlassen hat
Du bist mehr als dein Trauma, du bist mehr als die Nacht
Mehr als das Zittern, wenn ein Herz wieder lacht
Du darfst schreien, weinen, atmen, du darfst heilen
Du darfst vergessen, ohne dich zu teilen
Denn Liebe tut nicht weh, sie schützt
Und ich bleib hier, bis du fühlst: Du bist genug
Sag nicht "Ich übertreib", du hast zu lang geschwiegen
Sag nicht "Er war auch ein Opfer", du darfst ihn besiegen
Sag nicht "Ich hätt früher gehen sollen", nein,
Du bist gegangen. Und das reicht.
Wenn die Erinnerungen, die wie Geister über dir steh'n
Dir zuflüstern: "Vertrau niemanden mehr, sie werden dich wieder verdreh'n"
Wenn du nachts frierst, nicht wegen Kälte, sondern aus Angst
Will ich nur für dich da sein, dir zeigen, dass sich Nähe auch wie Wärme anfühlen kann
Ich komme nicht mit Ketten, sondern mit Geduld
Ich frag nicht nach dem Warum, ich seh nur, was du fühlst
Ich red nichts schön, ich red nichts klein, was war, war Gewalt
Doch ich red dir auch nicht ab, dass du ihn manchmal vermisst, das ist halt
Teil der Wunde. Nicht der Schuld. Und schon gar nicht von dir.
Ich setz mich einfach zu dir, bis du sagst: "Ich darf sein"
Denn du bist kein Projekt. Kein "Wird schon wieder irgendwann"
Du bist kein Kapitel, du bist das Buch, das neu begann
Mit jeder Seite, die du schreibst, in deiner Handschrift
Nicht in seiner. Und nicht mehr aus Pflicht.
Du bist nicht das, was er dir genommen hat
Du bist das Licht, das selbst im Dunkeln Schatten schafft
Du bist mehr als dein Trauma, mehr als dein Schmerz
Mehr als das Pochen in deinem verwundeten Herz
Du darfst träumen, hoffen, lieben, du darfst bleiben
Du darfst vertrauen, ohne dich zu verleugnen
Denn Liebe tut nicht weh, sie heilt
Und ich bleib hier, bis du fühlst: Du bist frei
Und wenn du's nicht glaubst, ich sag's dir so oft, wie du's brauchst
Bis deine Stimme lauter wird als das Nachhallen der Gewalt von ihm
Bis du nicht mehr zögerst, wenn du "ich" sagst
Sondern leise lächelst, und beginnst, dich wirklich selbst zu lieben
