
Über das Gefühl, Übersetzer einer Welt zu sein, die einen selbst nicht versteht. Kein Defizit, sondern echt, hinter der Maske, die keiner sehen will.
Lichter blitzen, brennen grell
Sie brennen mir durchs Augenfell
Klanggewitter hämmert laut
Schlägt die Gedanken aus meinem Kopf
Du nennst das Alltag, ich nenne es Qual!
Trag die Lasten ohne Wahl
Gittertüren, eingesperrt
So wird mein "Ich" dir fremd und schwer
Dein Blick sucht mich, ich weich ihm aus
Ich ertrinke, bleib zuhaus'
Nennt mich "kalt", doch was ihr nicht seht:
Ich leb in eurem System, das keiner versteht
Wenn du wüsstest, was in mir lebt
Wüsstest du, wer wirklich neben dir steht
Wenn du sehen würdest, was ich bin
Würdest du begreifen: Ich bin kein Defizit,
Ich bin echt.
Regeln verändert, extra schwammig
Doch ihr erwartet, dass man sie versteht
Ihr dreht sie täglich, wie's euch passt
Ich verliere mich in eurem Hass?
"Zu clever" für eure Hilfsmodelle
Doch "zu seltsam" für dieselbe Welle
Der Übersetzer eurer Welt
Bin ich, obwohl ihr euch selbst nicht kennt
Wie ein Forscher auf fremdem Land
Entschlüssel ich, was euch verband
Jede Geste, jedes Wort
Hieroglyphen ohne sicheren Ort
Wenn du wüsstest, was in mir lebt
Wüsstest du, wer wirklich neben dir steht
Wenn du sehen würdest, was ich bin
Würdest du begreifen: Ich bin kein Defizit,
Ich bin echt.
Das ganze System von Grund auf schief
Verurteilt mich und ihr nennt das "naiv"
Ihr sagt, ich sei kaputt gebaut
Doch euer Blick bleibt fest verstaut
Alltag stapelt sich zum Berg
Was euch leicht fällt, wird mir verwehrt
Ihr seht Pfade, ich seh Türme
Und keiner bleibt zum Zuhören
Sag die Wahrheit, plötzlich stille
Was ihr dachtet, war nicht mein Bild
Bin noch derselbe, doch jetzt bin ich:
"Seltsam", "anders", "nicht mehr richtig"
Empathie ist keine Einbahnstraße
Ich geb mein Herz, ihr gebt nur Phrasen
Wenn du wüsstest, was in mir lebt
Wüsstest du, wer wirklich neben dir steht
Wenn du sehen würdest, was ich bin
Würdest du begreifen: Ich bin kein Defizit
Ich bin echt.
