Ein Ozean ohne Kompass: über Erschöpfung, den Zweifel am Leistungsversprechen und einen Schiffbrüchigen, der sich fragt, ob er je wieder Land erkennt.
Ein Ozean in mir drin
Wellen ohne Richtung, sie reißen mich hin und her
Ich greif' nach dem Kompass, doch der zeigt mir nichts an
So als wär' er schon längst kaputt gegangen
Jeder Versuch, ihn zu lesen, zerfällt mir wie Sand in der Hand
Vielleicht find' ich noch Land
Aber selbst wenn: Was dann?
Bin ich frei oder bleib' ich gefangen im Bann?
Ich will keine alten Bilder mehr malen
All die Gleichnisse von Ketten und Mauern verblassen
Es ist nicht der Stahl, der mich hält, es ist die Unsicherheit selbst
Wie ein Nebel, der meine Gedanken dauernd umgibt
Ich hab's schon kapiert: Die Barriere steht vor mir
Vielleicht muss ich lernen, im Zweifel zu schwimmen
Nicht jeder Kurs führt ans Ziel, doch Bewegung ist wichtig
Doch was, wenn man paddelt und trotzdem nur stillsteht?
Jahre voller Anlauf, doch die Sprünge verpuffen
Frust, wie ein nie endender Drang, wenn man ihn nicht beachtet
"Alles Karma", sagt man mir mit einem Lächeln im Ton
Aber Karma klingt für mich wie ein Märchen aus Staub
Soll das heißen, ich muss warten, bis der Wind sich dreht?
Doch wer lebt schon vom Hoffen allein?
Ich hab' Hunger nach mehr, als nur nach bloßer Geduld
Doch das Meer bleibt ruhig, wenn ich nach Antworten such'
"Bring Leistung, dann wirst du am Ende belohnt"
Doch warum fühl' ich mich leer? Irgendwie bin ich davon nicht überzeugt.
Mir klingt das zu verträumt
Denn jedes Mal, wenn ich Schiffe bau', gehen sie unter, kaum dass sie losfahr'n
Und ich bleib' zurück zwischen Trümmern im Ozean
So als hätt' ich den Kurs nie gekannt
"Nur Mut und Vertrauen macht stark"
Doch die Wahrheit ist:
Irgendwas kommt immer, dass mir die ganze Kraft entzieht
Bis jede Handlungsfähigkeit unter der Last stagniert
Ich schwimm' gegen Wellen, die mich in ihren Strom runterziehen
Und am Ende verlier' ich die Sicht auf mein Ziel
Wo bleibt bitte das Ufer? Ich seh' nur den Horizont, der vor mir flieht
Ich werf' Netze ins Wasser, doch sie bringen nichts ein
Alles leer oder zu weit entfernt
Und ich frag' mich: Wozu?
Wenn doch morgen der Sturm wieder alles zerschlägt
Wozu Kräfte verschwenden, wenn sie ständig verrinnen?
Ein Schritt nach vorn, und der Rückweg verdoppelt den Weg
Manchmal glaub' ich, das Glück ist verschlossen
Hinter Türen, die keinen Eingang mehr haben
Ohne Schlüssel, ohne Zeichen, kein Pfad, der mich führt
Und je mehr ich mich mühe, desto kleiner der Funke
Kraft geben? Nein, sie versiegt ohne Halt
Und zurück bleibt nur Müdigkeit, Nacht für Nacht
Ich red' mir zwar ein, dass es morgen schon anders wird
Doch die Wahrheit ist: Verzweiflung wiegt schwerer als Hoffnung
Und wenn Menschen mir sagen: "Du musst nur vertrau'n
An dich selbst, an die Sicht, die dich weiter nach vorn bringt"
Dann frag' ich sie leise: Wie lange hält's du das wirklich noch aus?
Was wenn der Weg vor dir wegbricht
Wenn der Horizont trübt und die Farben verschwinden
Und das Grau sich wie Regen in deinen Gedanken verfängt
Dann bleibt nur ein Ozean, endlos und fremd
Und es bleibt ein Schiffsbrüchiger, der sich fragt, ob er irgendwann auch mal wieder Land erkennt
"Bring Leistung, dann wirst du am Ende belohnt"
Doch warum fühl' ich mich leer? Irgendwie bin ich davon nicht überzeugt.
Mir klingt das zu verträumt
Denn jedes Mal, wenn ich Schiffe bau', gehen sie unter, kaum dass sie losfahr'n
Und ich bleib' zurück zwischen Trümmern im Ozean
So als hätt' ich den Kurs nie gekannt
"Nur Mut und Vertrauen macht stark"
Doch die Wahrheit ist:
Irgendwas kommt immer, dass mir die ganze Kraft entzieht
Bis jede Handlungsfähigkeit unter der Last stagniert
Ich schwimm' gegen Wellen, die mich in ihren Strom runterziehen
Und am Ende verlier' ich die Sicht auf mein Ziel
